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Axel Beyer, ehemaliger Unterhaltungschef von ZDF und WDR hat nun sein zweites Buch veröffentlicht. Nach „Immer ausschlafen ist auch keine Lösung“, das 2021 erschienen ist, hat der mittlerweile 73-Jährige nun „Immer nur aufregen ist auch keine Lösung“ vorgelegt. Zum Erfolg seines Erstlings sagte Beyer im prisma-Interview: „Ganz viele Leute sagen mir, dass sie sich in meinem Buch wiedererkannt haben. Das freut mich natürlich sehr. Nicht in jedem Kapitel, nicht bei jeder Geschichte, aber bei ganz vielen Sachen sagen sie mir: ‚Das kenne ich‘.“ Für Beyer ist das ein großes Kompliment, denn der Ruhestand war auch für ihn Neuland, das nach klaren Strukturen verlangte. Knapp drei Jahre danach ist viel passiert, Corona war dabei nur eine der Krisen, die es einem schwer gemacht haben, gelassen zu bleiben. Axel Beyer ist sich dann auch nicht sicher: Was macht das mit einem „Senioren“ wie ihm? Wächst die Neigung, sich aufzuregen, mit dem Alter, oder hat er nur mehr Zeit, nervige Dinge zu bemerken? Denn neben den großen Krisen sind es ja auch die Kleinigkeiten, die stören: Ob Telefonwarteschleifen, Spam-Nachrichten, Beamtendeutsch, Fitnessgurus, unordentliche Treppenhäuser, die Politik im Allgemeinen und Politiker im Besonderen − Anlässe zum Aufregen gibt es genug. Und manchmal, das gibt er unumwunden zu, genießt er das sogar. Andererseits: Sich immer nur aufzuregen, schadet dem Magen, dem Herz und macht Falten. Und wer will die schon? Also lädt er die Leser lieber ein, über die Widrigkeiten des Alltags mitzulachen. ff „Immer nur aufregen ist auch keine Lösung“ von Axel Beyer, Rowohlt Taschenbuch, 256 Seiten, 14 Euro ISBN: 978-3-499-01198-6 F


Rubrik: Unterhaltung & Freizeit

Datum: 16.11.2023 (Sperrfrist 14.11.) (Sächsische Zeitung)



Axel Beyer, ehemaliger Unterhaltungschef von ZDF und WDR und inzwischen Mitte 70, ist sich nicht sicher: Wächst die Neigung, sich aufzuregen, mit dem Alter, oder hat er nur mehr Zeit, nervige Dinge zu bemerken? Sein neues Buch stellen wir Ihnen vor.

Hamburg - Ob Telefonwarteschleifen, SPAM-Nachrichten, Beamtendeutsch, Jugendsprache, Unhöflichkeit oder Gedankenlosigkeit, Fitnesskurse, gute Vorsätze oder die Politik im Allgemeinen und Politiker im Besonderen − Anlässe zum Aufregen findet Axel Beyer jedenfalls genug. Und manchmal, das gibt er unumwunden zu, genießt er das sogar. Andererseits: Sich immer nur aufzuregen, schadet dem Magen, dem Herz und macht Falten. Und wer will die schon? Mit viel Humor lädt er die Leser lieber ein, über die Widrigkeiten des Alltags mitzulachen.


Wenn man tatsächlich im Ruhestand "mehr Zeit" haben sollte, manchmal auch durch Schlaflosigkeit, so hat Axel Beyer diese genutzt, um in seinem neuen Buch "Immer nur aufregen ist auch keine Lösung" eine großartige Mischung von Alltagsthemen zu beleuchten. Er erzählt von seinen Erlebnissen in unserem Land, das sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat, nicht nur durch die Digitalisierung, mit der viele ältere Menschen zu kämpfen haben. Im Alltag und im Kreise der Menschen, auf die er trifft, stößt er immer wieder auf nachdenkenswerte Themen, die er mit den Lesern teilt, um sie zu beleuchten. Eins wird den Lesern der 256 Seiten bestimmt nicht passieren: Sie werden sich nie langweilen. Und für alle Fälle hat er auch der Langeweile einige Seiten gewidmet.


SZ Lebensbegleiter hat Axel Beyer nach seiner Sicht auf einige Alltagsaspekte als Ruheständler gefragt.


Herr Prof. Beyer, in Ihrem ersten Buch "Immer ausschlafen ist auch keine Lösung" sind Sie auf die für Sie damals neue Lebenssituation "Ruhestand" und das "Älterwerden" eingegangen. Was hat Sie dazu bewegt, ein weiteres Buch zu schreiben?


Es gab eine Menge Reaktionen auf das erste Buch und in vielen Gesprächen tauchten die Begriffe „Ärgern“ und „Aufregen“ immer wieder auf und ich habe auch an mir selber bemerkt, dass mehr zeit zu haben auch bedeutet, mehr Dinge zu bemerken, die mir vorher nicht aufgefallen sind.


Welche Dinge regen Sie richtig auf?


Unordnung, zum Beispiel – leider auch meine eigene.


Je älter man wird, desto mehr fliegt die Zeit dahin, ist der Eindruck beim Älterwerden. Haben Sie einen Rat, wie man sich das Jahr einteilen sollte, um es "gefühlt" zu verlängern?


Jeden Tag bewusst zu genießen und auch manchmal aufzuschreiben, was man so getan oder erlebt hat – so ein kleines Tagebuch hilft auch, wenn das Kurzzeitgedächtnis einen im Stich lässt.



Sie sind heute noch an Universitäten als Professor tätig. Was halten Sie persönlich davon, das Rentenalter in Deutschland zu erhöhen?


Wer Lust hat und sich fit fühlt, sollte so lange arbeiten, wie er oder sie möchte. Das hilft auch gegen das Gefühl „nicht mehr gebraucht zu werden“.


Viele ältere Menschen, vor allem die, die nicht im Büro gearbeitet haben, können heute mit der zunehmenden Digitalisierung nicht umgehen. Was empfehlen Sie den verzweifelten Rentnern, die das Internet, ein Smartphone und dazugehörige Apps zur Weißglut bringen?


Reden Sie mit ihren Enkeln oder anderen jungen Menschen und verzweifeln sie nicht, wenn alles nicht gleich klappt. Und begrüßen Sie jeden kleinen Erfolg auf dem Weg ins digitale Elend. Immer aufregen…, aber das wissen Sie ja.


Sie haben in Ihrer Berufszeit Fernsehen in Deutschland mitgestaltet und dazu beigetragen, dass mehrere Generationen sich im Wohnzimmer versammelt haben, um gemeinsam die großen Shows am Wochenende zu schauen. Welche Herausforderung hat die Digitalisierung für das moderne Fernsehen gebracht?


(ZU) Viele Kanäle und damit das Ende des sogenannten „Lagerfeuers“, um das sich alle versammelten. Häufig fehlt das Einigende von Programm, mal abgesehen vom Fußball.


Hochaltrige Menschen sehen gerne fern. Finden Sie, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm heute noch für sie genügend Abwechslung bietet?


Nur diejenigen, die auch vor einem vollen Kühlschrank verhungern würden, können über ein zu geringes Angebot klagen.


Wenn Sie könnten, wie würden Sie heute ein Fernsehprogramm für Senioren und Seniorenheime gestalten?


Das Durchschnittsalter der Zuschauer von ARD und ZDF liegt heute bei Mitte 60 – wohlgemerkt: Das Durchschnittsalter.


Haben Sie noch einen abschließenden Tipp, wie man das Älterwerden besser genießen kann?


Lassen Sie sich nicht ärgern, das gibt Falten. Und wer will die schön? Lassen Sie sich den Humor nicht nehmen, zeigen Sie dem Leben lächelnd die Zähne – und wenn es die Dritten sind.


Schlusstext:

Auf das Älterwerden und den Ruhestand bereitet uns keiner vor. Wir können es uns noch so gut vorher ausmalen, wie es sein wird, wenn wir nichts mehr tun müssen, sondern alles dürfen, sofern wir noch können. Ein guter Weg ist, dieser Aussicht mit Witz zu begegnen. Daher lohnt es sich unbedingt, die abwechslungsreichen Kapitel im Buch von Axel Beyer genau in den Momenten zur Hand zu nehmen, in denen wir gerade mal wieder an allem zweifeln. Aufgepasst: Es darf gelacht werden!. Lachen ist bekanntlich gesund. https://sz-lebensbegleiter.de/2022/01/27/heute-schon-gelacht/


Anette Rietz

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